HexenhausGrundsätzliches:  Zu den schönsten Warenautomaten gehören ohne Zweifel die "Eierhandlung von Hahn & Henne" (ca. 1925) und das das "Hexen-Häuschen" (ca. 1929) von Richard Reichert aus Dresden. Für ein 10-Pfennig-Stück gab der Automat eine gefüllte bunte Blechkugel (Ball oder Globus) oder ein Blech-Ei aus und machte dabei Geräusche über zwei Blasebälge.   Für die Aufstellungen der wetterfesten Automaten boten sich besonders Gartenwirtschaften, Ausflugsziele oder Kinos an. Neben der Wandmontage gab es auch eine 80cm hohe Säule aus Gussmetall. Bekannt sind auch Exportgeräte nach Europa mit Beschriftung und Münzung in der jeweiligen Landessprache.  Die Firma Richard Reichert verkaufte weitere Warenautomaten, so wurde auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1938 als Neuheit ein Postartenautomat aus Preßstoff mit einem Fassungsvermögen von 300 Postkarten vorgestellt. 

  Die zwei Automaten nebeneinander in der privaten Automatensammlung 100 Jahre später im sehr guten Originalzustand:

 

Links die "Eierhandlung von Hahn & Henne"  und rechts das "Hexen-Häuschen".  Selbst nach 100 Jahren beeindruckt die detailgetreue optische Umsetzung der Themen Hühnerstall bzw. das Märchen der Gebrüder Grimm "Hänsel und Gretel" für einen einfachen Warenautomat zum Verkauf von Süßigkeiten aller Art. In einer  Anzeige in der Fachzeitschrift Automatenmarkt 01/1951 wurde der komplette Firmennachlass mit 42 neuen Automaten (Eierhandlung bzw. Hexen-Häuschen), alle Werkzeuge, Halbzeuge und alle Geschäftsunterlagen über Chiffre angeboten. Über einen möglichen Käufer oder den Verbleib des Firmennachlasses ist leider nichts weiter bekannt. 

Demnach wurden insgesamt über 1400 Automaten hergestellt und per anno 1,6Mio Eier verkauft. Unter der verwendeten Firmenanschrift Richard Reichert, Automatenfabrik, Dresden Weißer Hirsch oder "Dresden -N15, Eingang A," oder "Bautzner Landstraße 85 (Bautzner Straße 13)"  stand und steht heute noch eine Villa. Ob nun die Automatenfabrik Richard Reichert über ein eigene Fabrik mit Entwicklung, Herstellung und Logistik verfügte ist nicht überliefert.

 

Währung/Einwurfmöglichkeit: 10 Reichspfennig

Funktion: Der Automat soll mit bis zu 175 (?) Kugeln oder Eier befüllt werden können. Nach dem Einwurf von 10 Reichspfennig war es möglich die Kurbel einmal in Uhrzeigerrichtung zu drehen. Verbaut war ein solider mechanischer Münzprüfer mit exakter Prüfung der Münze. Danach bleibt die Münze im Mitnehmerrad auf der Kurbelachse bei (1 ) stecken, jetzt ist es möglich durch drehen der Kurbelachse im Uhrzeigersinn die Sperre (2) anzuheben und damit kann über das Kegelzahnrad (3) der Eierbehälter eine Stellung weiter bewegt werden, es erfolgt die Ausgabe einer Blechkugel oder Ei auf der Frontseite.

 

Start


Innenleben/Technik: Nachfolgend ein Blick in die Mechanik: (1)  Münzprüfer mit Transportblechen, (2) Kurbelachse mit v.l. Mitnehmerrad, Kegelzahnrad für Antrieb Verkaufsbehälter (4) und Mitnehmer für die 2 Blasebälge (3).

Reichert Mechanik

 

Blick auf die Blasebalgeinheiten, links "Eierhandlung" und rechts das Hexen-Häuschen". Der Mitnehmer (1) hebt das Oberteil, es kommt Luft in die Blasebälge, nach dem Zurückschnellen des Mitnehmers entweicht die angesaugte Luft über ein System aus Klappen und Federn über die Tonpfeifen links und rechts, wobei über die Raste (2) eine verzögerte Tonausgabe erfolgt, der Automat gibt nacheinander zwei verschiedene Töne ab, die auch mit etwas Fantasie wenig mit gackern oder krähen zu tun haben. Beim Hexen-Häuschen bewegen sich durch die Federlagerung der Schwanz der Katze und der Hundekopf durch die Vibration von der Kurbelachse.

arizona Zielscheibe

 Erscheinungsjahr: ab 1925

persönliche Meinung: Einer der schönsten Warenautomaten mit einer einmaligen Optik

 

 

Hexenhaus

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