polyplay-frontDer Poly Play war der erste und einzige Arcade-Automat aus DDR Produktion.  Gebaut wurde der Poly Play vom VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt ab 1986. Es gab zwei Varianten: den ESC1 und ESC2. Das Bild rechts zeigt die neuere Variante ESC2. Der Spieleinsatz betrug 50 Pfennig. Eine Einstellung auf Freispiel war möglich. Vom Poly Play wurden ca. 1500 bis 2000 Geräte hergestellt. Der Neupreis für ein System mit verschiedenen Spielen kostete ca. 30.000 Mark.

Aufgestellt wurde der Poly Play in Freizeitcenter (u.a. SEZ Berlin mit 42 Geräten?), FDGB-Heimen, Jugendklubs und anderen öffentlichen Einrichtungen. Mein Gerät mit der Seriennummer 001395 wurde am 5. Februar 1988 gebaut und am 24. August 1988 in ein Kinderferienlager im Harz aufgestellt. Auf dem Zähler waren lediglich 497 Spiele gegen Geld. Ich vermute er wurde nur im Sommer 1989 im Kinderferienlager genutzt.

Dieser einzigartige Arcade-Automat hatte damals viele Fans. Heute ist er ein begehrtes Sammlerobjekt. Weitere technische Informationen mit Geräteliste findet man auf der Seite von robotron technik, Projektverantwortlicher Martin Groß.

Wer hat weitere Informationen zum Poly Play  (wo steht noch einer, verfügbare Ersatzteile, Schaltplan und Schriftkram)?

Online kann man den Poly Play auch hier spielen.

 

Am 3.10.06 habe ich einen Poly Play ECS2 mit Original-Anleitung, Garantie-Urkunde vom 24. August 1988, Blanko-Zulassung, Ersatzteilen und einigen Alu 50igern erstanden.

Nun etwas zur Technik:

innenlebenDas Herz besteht aus einem K1520-System (U880, DDR Produktion) mit entsprechenden Interface. Das schöne möbelartige furnierte Gehäuse (Sapelli-Furnier) kam vom VEB Raumkunst Mosel. Der Geldeinwurf und die Münzprüfung sind rein mechanisch. Das Auslösen des Impulses "Geld eingeworfen" erfolgt mittels einer Lichtschranke, bevor das Geld in die Geldkassette fällt. Über einen Schalter kann man auch auf Spielbetrieb ohne Münzen umstellen. Der Münzprüfer und Spielezähler sind Made in GDR.

Der Colormonitor ist ein angepasstes Serienfernsehgerät (Colormat 4506A, 51cm, VEB RFT Stassfurt). Spielhebel und Bedienknöpfe sind DDR-übliche Standardbauteile, wie sie auch bei Robotron-Tastaturen (Hall-Taster beim Spielhebel) und in der Elektroindustrie (Bedienknöpfe) Verwendung fanden.

Nach der 500 km Fahrt kam das leidige  "Auspacken" und "Vertragen" des 130kg schweren Poly Play in meinen Spielekeller und das erste Einschalten. Ergebnis: NICHTS.

Nach Instandsetzung des Netzteiles und Beseitigung einiger Kontaktprobleme vom Transport habe ich zumindest ein paar wirre Zeichen auf dem Monitor. Eine Auslesen der EPROM`s brachte keine neuen Erkenntisse. Als nächstes habe ich die ZRE (original 012-7105) getauscht. Leider hatte ich nur eine 012-7100 zur Verfügung. Nach dem Aufstecken der EPROM`s von der 012-7105 hatte ich den gewohnten Startbildschirm mit 4 Spielen. Ein Spielen war dennoch nicht möglich. Nach setzen der Wickelbrücken (Jumper) wie auf der 012-7105 und Austausch einer Speicherplatine (012-7040) konnte ich das erste Spiel machen.

Startschirm

Startbildschirm

hase-wolf

Das Spiel Hase und Wolf

 

Vielen Dank für Hilfe bei der Instandsetzung an Rüdiger und Martin von robotrontechnik.de. 

 

P.S. Aus Platzgründen musste der Poly-Play das Quartier und damit auch den Besitzer wechseln, zuletzt gesehen im  Ost-Pol.

 

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